Kooperation gesichert: Der Vertrag zwischen dem Kreis und dem Landeskrankenhaus unterzeichnet

Die Zusammenarbeit zwischen dem Kreis und dem Landeskrankenhaus beginnt offiziell zum 1. Oktober.

Saarburg. Der Kooperation zwischen dem Kreiskrankenhaus Saarburg und dem Landeskrankenhaus (AöR) steht nichts mehr im Wege. Nachdem der Kreistag Trier-Saarburg in seiner Sitzung Ende Mai der Zusammenarbeit grünes Licht erteilt hatte, hat nun der Aufsichtsrat des Landeskrankenhauses sein Einverständnis für die intensive Partnerschaft gegeben. Das Landeskrankenhaus übernimmt vom 1. Oktober an die Geschicke des Saarburger Kreiskrankenhauses. Träger bleibt der Kreis Trier-Saarburg.
Dessen Landrat Günther Schartz ist sich sicher, dass mit dem Landeskrankenhaus mit Sitz in Andernach ein starker Partner gefunden wurde, durch dessen Unterstützung das Kreiskrankenhaus mittelfristig wieder in wirtschaftlich ruhige Fahrwasser geführt werden kann. Schartz: „Das Kreiskrankenhaus wird ein gutes Beispiel dafür sein, dass es möglich ist, ein kleines Krankenhaus im ländlichen Raum in kommunaler Trägerschaft zu führen.“ Gemeinsam mit den einweisenden und niedergelassenen Ärzten und in Verbindung mit dem eigenen Medizinischen Versorgungszentrum „werden wir als Krankenhaus der medizinischen Grundversorgung ein starkes regionales Netzwerk bilden“, sagt der Landrat und Vorsitzende der Gesellschafterversammlung des Kreiskrankenhauses. Schartz richtet seinen Dank auch ans Land, das „den Prozess der vergangenen Monate massiv unterstützt hat“.


Gesundheitsstaatssekretär und Aufsichtsratsvorsitzender des Landeskrankenhauses Dr. Alexander Wilhelm betonte anlässlich der Vertragsunterzeichnung zwischen den beiden Partnern: „Ich freue mich, dass das Fundament für eine gute Zusammenarbeit nun gelegt ist. Die Kooperation ist eine gute Nachricht sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses, weil sie das Versorgungsangebot in der stationären Grundversorgung am Standort Saarburg nachhaltig sichert und das wohnortnahe psychiatrisch-psychotherapeutische Angebot am Krankenhaus St. Franziskus mit dem Landeskrankenhaus als kompetenten Partner optimal weiterentwickelt und ausgebaut werden kann.“


Am 1. Oktober wird Werner Schmitt, stellvertretender Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort die strategischen Entwicklungen des Kreiskrankenhauses in Angriff nehmen. Schmitt: „Es ist ohne Zweifel eine große Herausforderung, das Kreiskrankenhaus unter den gegebenen Rahmenbedingungen in eine wirtschaftliche Zukunft zu führen. Wir halten das aber mit einem veränderten Leistungsspektrum und neuen, wirtschaftlicheren Betriebsstrukturen in einem Teilneubau für möglich.“ Als sehr unterstützend bezeichnet der erfahrene Manager des
Landeskrankenhauses dabei das klare Bekenntnis des Landkreises und die Mitgestaltung des Landes zum Beispiel bei der Festlegung des Versorgungsauftrages im neuen Landeskrankenhausplan für den Standort.
Um auch in Zukunft eine wohnortnahe und moderne Versorgung gewährleisten zu können, soll das Kreiskrankenhaus saniert und das Angebot erweitert werden. Es soll ein Teilneubau mit 150 Betten als Bettenhaus errichtet und anschließend Teile des bestehenden Gebäudes saniert werden. Die Höhe der hierfür erforderlichen Investitionen steht noch nicht fest, dürften aber bei mehr als 50 Millionen Euro liegen.
2020 ist der Ausbau einer Fachabteilung für stationäre psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung in Ergänzung zur vorhandenen psychiatrischen Tagesklinik vorgesehen. Die bereits bestehende Psychosomatik wird in die neue Abteilung, die dann 60 Betten umfasst, integriert. Das Kreiskrankenhaus schafft mit diesem neuen Fachbereich auch zahlreiche neue Arbeitsplätze für die Region. Gut angelaufen ist bereits die Behandlung in der Altersmedizin mit einer 30 Betten umfassenden Fachabteilung für Geriatrie.


Eine große Rolle in der Entwicklung des Krankenhauses spielt für Werner Schmitt die künftige Partnerschaft zu einweisenden Ärzten: „Für eine optimale Patientenversorgung in der Region sind gute und tragfähige Kooperationen mit der niedergelassenen Ärzteschaft und den großen Krankenhäusern in Trier unerlässlich. Die bereits vorhandenen Formen der Zusammenarbeit zu stärken und weiter auszubauen wird ein wichtiger Erfolgsfaktor sein.“ Zudem hebt Schmitt die vorhandene Motivation der Beschäftigten hervor, gemeinsam an der wirtschaftlichen Verbesserung des Hauses zu arbeiten: „Es macht schon jetzt Freude zu sehen, wie vor Ort der Veränderungsprozess angenommen und aktiv gestaltet wird.“